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Leben im Passivhaus

Möchten Sie durch die richtige Hauswahl von vorn herein für eine nahezu makellose Energiebilanz sorgen? Entscheiden Sie sich für ein Passivhaus, sind Sie auf dem richtigen Weg! Die Niedrigenergiehäuser lassen durch ihre nahezu luftdichte Gebäudehülle beinahe keine Heizwärme entweichen – jedenfalls nicht unkontrolliert. Unser 11880.com-Heizung-Ratgeber zeigt Ihnen auf, wie ein Passivhaus funktioniert, welche Vor- und Nachteile Passivhäuser haben, und wir klären Sie über Kosten und Fördermöglichkeiten zum Passivhaus auf. 

Passivhaus Definition

Passivhaus
© acilo - istockphotos.com

Warum heißt ein Passivhaus eigentlich Passivhaus, oder: Was ist am Passivhaus eigentlich so passiv? Beides lässt sich mit dem innovativen Energiekonzept dieser Häuser erklären. Passivhäuser funktionieren in Bezug auf Ihren Heizenergieverbrauch ungefähr so wie eine Thermoskanne. Die Dämmung im Passivhaus verhindert nahezu vollständig das unkontrollierte Entweichen der inneren Wärme, die wiederum nicht vorrangig durch ein Heizungssystem erzeugt wird, sondern durch die natürlich in einem Haushalt entstehende Wärme aus anderen Quellen.

Frische Luft durch Lüftungsanlage

Ein in sich geschlossenes System, auch im wörtlichen Sinne. Gelüftet wird hier mittels Stoßlüften oder Querlüften eher selten, um die wertvolle Warmluft nicht entweichen zu lassen (mehr Tipps, um richtig zu lüften und richtig zu heizen erhalten Sie übrigens hier). Wie aber sorgt man im Passivhaus trotzdem für frische Luft und eine optimale Luftfeuchtigkeit? Diesen Part übernimmt im Passivhaus die Lüftungsanlage. Sie tauscht Raum- und Frischluft kontrolliert aus und lässt dabei kaum Wärme entweichen.

Energieeffizienz in Perfektion

Die Energie für die Heizung und Warmwasserbereitung liefern beim Passivhaus nicht irgendwelche Energiequellen. Der Passivhausstandard sieht natürlich eine regenerative Energiequelle vor, wie zum Beispiel Wärmepumpen oder eine Solartherme. Durch diese energieeffizienten und ökologischen Energiequellen und natürlich durch die extrem effiziente Wärmedämmung, erreichen Passivhäuser eine sagenhafte Energiebilanz:

Der Primärenergiebedarf eines Passivhauses liegt bei 120 kWh pro Quadratmeter im Jahr, der Heizenergieverbrauch sogar bei nur 15 kWh pro Quadratmeter im Jahr. Der CO2-Ausstoß solcher Gebäude ist mit ca. 2 kg pro Quadratmeter verschwindend gering. Zum Vergleich: Das andere Extrem, ein ungedämmter Altbau, stößt pro Jahr bis zu 60 kg CO2 aus!

Haus ohne Heizung?

Da die Wärme im Passivhaus sozusagen eingesperrt ist und nur zu einem sehr geringen Teil entweicht, könnte man auf die Idee kommen, ein Haus ganz ohne Heizung zu betreiben, denn die natürlich in einem Haushalt entstehende Wärme aus anderen Quellen kann ja einfach in der „Thermoskanne“ Passivhaus konserviert werden. Eine gute Idee, die sogar realisierbar ist, zieht man die Wärmequellen Mensch, Elektrogeräte oder die Südausrichtung des Hauses in Betracht. Wichtig für das Haus ohne Heizung ist eine effiziente Wärmerückgewinnung durch die Lüftungsanlage.

Warmwasser im Passivhaus

Die Lüftungsanlage kann auch bei der Warmwasserbereitung eine Rolle spielen. Anders als bei der Heizung kann auch das Passivhaus nicht ohne Wärmeerzeuger für das Warmwasser auskommen. Ganz im Sinne des Passivhausstandards können hierfür Energiequellen mit regenerativen Brennstoffen eingesetzt werden, wie Solarthermie oder Pelletöfen. Alternativ entspricht auch moderner Brennwerttechnik, bzw. ein Brennwertkessel, den Ansprüchen an eine Energiequelle im Passivhaus.

Was kann ein Passivhaus kosten?

Wenn auch Sie ein Passivhaus bauen möchten, müssen Sie zunächst mit erhöhten Anschaffungskosten rechnen. Diese sind aber entgegen landläufiger Meinung nicht überdimensioniert und amortisieren sich mit der Zeit durch die immens niedrigen Betriebskosten. Zudem sind die Baukosten in den ersten Jahren durch die Fördermöglichkeiten sogar niedriger als bei Standardhäusern.

  • Baukosten: ca. 1300 € / Quadratmeter im Durchschnitt (EFH, DHH, Reihenhaus)
  • KfW Förderung über „Effizienzhaus 40 Plus“
  • 100.000 € Betriebskosten gespart in 50 Jahren.

Vor- und Nachteile von Passivhäusern

Neben diesen bietet ein neues Passivhaus Ihnen noch weitere Vorteile – aber auch ein paar Nachteile müssen Sie bedenken. Wir geben einen Überblick:

Vorteile:

Vorteil Bis zu 90% geringe Heizkosten gegenüber unsanierten Altbauten
Vorteil Nahezu unabhängig von Preisschwankungen
Vorteil Dämmung gut gegen Schimmel und Lärm
Vorteil Geringere Baukosten, da keine Heizung, kein Schornstein, kein Brennstofflager
Vorteil Gute Luft
Vorteil Viel Licht
Vorteil Sehr gut für die Umwelt

Nachteile:

nachteil Hohe Anschaffungskosten
nachteil Komplizierte Warmluftregulierung
nachteil Im Sommer schnell aufgeheizt
nachteil Erfordert initiative der Bewohner
nachteil Lüftungsanlage nicht selten fehlerhaft eingebaut


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Durch sehr gute Dämmung muss ein Niedrigenergiehaus kaum beheizt werden, was sich positiv auf die Energiekosten und die Energiebilanz auswirkt.

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