>Warmwasserspeicher vs. Durchlauferhitzer

Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer?

Dass aus unserem Wasserhahn erwärmtes Wasser herauskommt, sind wir in Deutschland vollkommen gewöhnt. Wir nutzen warmes Wasser zum Duschen und noch etwas heißeres zum Spülen. Ganz selbstverständlich ist für uns heißes Wasser, sodass wir uns fast gar keine Gedanken mehr über die ausgefeilte Technik machen, die dahintersteckt. Genau das tut unser 11880.com-Heizung-Ratgeber: Wie wird unser Wasser erhitzt im Haushalt und welche Technik eignet sich am besten dazu? Um diese Frage zu beantworten, vergleichen wir zwei gängige Methoden zur Warmwasserbereitung.

Gut 120 Liter Wasser täglich

Durchlauferhitzer in Wandschrank
© brizmaker - istockphotos.com

Der Vergleich, Warmwasserspeicher vs. Durchlauferhitzer, lohnt sich für Sie auf jeden Fall; bedenken Sie, wie viel Wasser Sie allein schon am Tag verbrauchen: Wie das statistische Bundesamt nämlich feststellte, verbraucht jeder Bundesbürger mehr als 120 Liter Wasser – am Tag! Und, wie das Amt ebenfalls statistisch erhob, entfallen rund 30% dieser Wassermenge auf Warmwasser – 60°C als Richtgröße. Das heißt, Sie verbrauchen fast 40 Liter erwärmtes Wasser am Tag.



Wie wird das Wasser erhitzt?

Das bedeutet eine ganze Menge möglicher Stromkosten, allein für die Bereitstellung warmen Wassers zum Duschen, Spülen und Co. Doch bevor wir zu den Kosten kommen, sehen wir uns erst einmal die Methoden an, mittels derer Warmwasserbereitung gewährleistet wird. Grundsätzlich sind dies der Warmwasserspeicher einerseits und der Durchlauferhitzer andererseits.

Wie arbeitet der Warmwasserspeicher?

Der Wasserspeicher – auch Vorratswasserheizer genannt – hält ein größeres Volumen an Wasser permanent bei einer bestimmten Temperatur (am besten mindestens 60°C, um Keimbildung vorzubeugen). Die dafür benötigte Heizenergie bezieht der Warmwasserspeicher über das hausinterne Heizungssystem. In modernen energieeffizienten Effizienzhäusern sind entsprechende Heizungssysteme Wärmepumpen, Brennwertkessel oder eine Solartherme. Vor allem indirekte Warmwasserspeicher gelten als sehr ökologisch und ökonomisch. 

Bitte beachten Sie jedoch, dass Heizungssystem und Warmwasserspeicher von einem Fachbetrieb für Heizungstechnik optimal aufeinander abgestimmt werden müssen.

Wie arbeitet der Durchlauferhitzer?

Während der Warmwasserspeicher also permanent erwärmtes Wasser zur Verfügung bereithält, arbeitet der Durchlauferhitzer nur, wenn warmes Wasser auch benötigt wird. Öffnen Sie Ihren Wasserhahn für heißes Wasser, strömt dann zunächst kaltes Wasser in Durchlauferhitzer, das durch eine Vorlaufstrecke und am Flügelrad vorbeifließt. Am Flügelrad wird die Menge des Wassers und durch den Vorlauftemperaturfühler die erforderliche Temperatur ermittelt und an die Elektronik des Durchlauferhitzers übermittelt. Im Heizblock wird das Wasser durch die Heizwedel auf die gewünschte Temperatur gebracht und letztlich durch die Wassernachlaufstelle in Richtung Zapfstelle geleitet.

Vor- und Nachteile beider Systeme

Gut, nun wissen Sie, wie Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer arbeiten. Nun möchten Sie auch erfahren, welche Eigenschaften für oder gegen das eine oder andere System sprechen. Wir listen im Folgenden die Vor- und Nachteile beider Systeme für Sie auf:

Vorteile Warmwasserspeicher

Vorteil Läuft mit regenerativen Brennstoffen
Vorteil Mehrere Zapfstellen mit großen Abnahmemengen möglich
Vorteil Hohe Wasserbereitstellung bei gleichbleibender Temperatur
Vorteil Kann an vorhandenes Heizsystem angeschlossen werden
Vorteil Auch für hartes Wasser geeignet

Nachteile Warmwasserspeicher

nachteil Braucht viel Platz
nachteil Nach Abschaltung längere Aufheizzeit
nachteil Wärmeverluste durch Abstrahlung
nachteil Hohe Anschaffungskosten
nachteil Komplizierte Heiztechnik
nachteil Keimbildung möglich

Nahezu umgekehrt verhält es sich mit den Vor- und Nachteilen von Durchlauferhitzern:

Vorteile Durchlauferhitzer

Vorteil Braucht wenig Platz
Vorteil Sofort bereit, keine Aufheizzeit
Vorteil Günstig in der Anschaffung
Vorteil Unkomplizierte Installation
Vorteil Keine Keimbildung

Nachteile Durchlauferhitzer

nachteil Hohe Betriebskosten (hier auf die Energieeffizienzklasse achten)
nachteil Mehrere Zapfstellen schwer realisierbar
nachteil Nicht für große Abnahmemengen geeignet

Kosten Durchlauferhitzer

Die Anschaffungskosten eines elektronischen Durchlauferhitzers liegen je nach Größe und Hersteller zwischen 200 und 600 Euro. Ein weiterer Faktor, der die Kosten eines elektronischeren Durchlauferhitzers beeinflusst, ist die Leistung des Geräts. Der elektronische Durchlauferhitzer kann zwischen 18 und 33 Kilowatt in der Stunde leisten, je höher die Leistung, desto mehr warmes Wasser wird bereitgestellt. Vor der Montage muss ein Fachmann jedoch überprüfen, ob ein Anschluss des Durchlauferhitzers überhaupt möglich ist, da ein elektronischer Durchlauferhitzer recht viel Strom benötigt. 

Bei einem elektronischen Durchlauferhitzer, mit einer Leistung 18 Kilowatt der auf voller Kraft 10 Minuten läuft, ergeben sich damit 3 kWh. Der Strompreis für den privaten Verbrauch lag Anfang 2017 bei durchschnittlich 29,16 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet, dass für 10 Minuten heißes Wasser Kosten von ca. 87 Cent entstehen. Der Durchlauferhitzer Stromverbrauch beläuft sich jährlich auf ca. 500 kwH pro Person. In unserem Rechenbeispiel wären das 145,80 € für die Nutzung eines elektronischen Durchlauferhitzers zur Warmwasseraufbereitung. 

Den Durchlauferhitzer Stromverbrauch reduzieren

Um den Durchlauferhitzer Stromverbrauch gering zu halten, sollten sie Ihren Durchlauferhitzer optimal einstellen. Am besten hat das Wasser schon die richtige Duschtemperatur, wenn es aus dem elektronischen Durchlauferhitzer kommt, und muss nicht an der Duscharmatur kälter oder wärmer gestellt werden. 35 bis 39 Grad sind im Regelfall als Grundeinstellung ausreichend, aber das persönliche Empfinden sollte dabei natürlich den letztendlichen Ausschlag geben. Beim Wasserhahn sieht es schon etwas anders aus: Das kurze Umschalten auf "Warm" reicht meist nicht aus, um Warmwasser bereitzustellen.

Wer auf lange Sicht den Durchlauferhitzer Stromverbrauch senken will, kann mit kaltem Wasser beim Händewaschen echtes Geld sparen. Selbiges gilt natürlich auch für das eben erwähnte Duschen. Hier ist übrigens der Einsatz von Sparbrausen eine Überlegung wert, denn diese können den Wasserverbrauch um bis zu 45 % senken. Dies wirkt sich natürlich positiv auf den gesamten Durchlauferhitzer Stromverbrauch aus, denn weniger Wasserverbrauch bedeutet auch weniger Wasser, das erwärmt werden muss.

Warmwasserspeicher Kosten

Der Warmwasserspeicher wird in die Heizungsanlage eingebunden. Das Trinkwasser im Warmwasserspeicher wird mittels Wärmetauscher durch das Heizungswasser erwärmt. Die Trennung ist nötig, da das Wasser in der Heizung viele Jahre durch die Anlage zirkulieren kann, ohne ausgetauscht zu werden. Der Warmwasserspeicher hat dagegen einen direkten Anschluss an das Trinkwassernetz im Haus.

Ein Warmwasserspeicher erwärmt Wasser während eines langen Zeitraums und hält das Wasser mit ständigem Erhitzen und Dämmung warm.

Ein großer Speicher mit mehr Fassungsvermögen ist in der Anschaffung natürlich kostenintensiver als ein kleinerer Speicher. Das Fassungsvermögen sollte jedoch so groß sein, dass der Warmwasserspeicher für jedes Haushaltsmitglied, 30 bis 50 Liter Warmwasser zur Verfügung stellen kann. Die Warmwasserspeicher Kosten in der Anschaffung liegen bei 800 bis 1.500 Euro. Im Vergleich zum Durchlauferhitzer ist der Warmwasserspeicher in der Anschaffung zwar teurer, verursacht allerdings nicht so hohe Stromkosten.

Falls Sie einen älteren Warmwasserspeicher besitzen, sollten Sie, um Stromkosten zu sparen, den Austausch gegen einen neuen speicherlosen Durchlauferhitzer prüfen. Außerdem kann sich eine Solartherme für warmes Wasser lohnen. Diese sind in der Anschaffung zwar teurer, produzieren jedoch nahezu kostenlosen Strom für Warmwasser, sodass sich die Anschaffungskosten gedeckt werden können.

Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer? Wann was?

Die alles entscheidende Frage ist jetzt also, ob Sie für sich Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer als das bessere System zur Warmwasserbereitung wählen sollen. Wir geben Anhaltspunkte zur Entscheidung:

Ein Durchlauferhitzer eignet sich gut für kleine Bedarfe, also Einzelpersonen oder auch kleine Familien. Er hat keine Bereitschaftsverluste und stellt Wasser in kleinen Mengen sofort zur Verfügung wenn es benötigt wird. Die Anschaffungskosten sind gering, dafür sind der Durchlauferhitzer Stromverbrauch und die damit verbundenen Betriebskosten relativ hoch. Je höher der Bedarf also ausfällt, desto teurer wird es.


–> Ideal für Einzelpersonenhaushalte, Ein- oder Zweifamilienhäuser


Der Warmwasserspeicher an der Zentralheizung stellt auch direkt Warmwasser zur Verfügung, wenn er denn eingeschaltet ist. Gleichzeitig kann ein Warmwasserspeicher mehr warmes Wasser bereitstellen und das auch für mehrere Zapfstellen. In der Anschaffung ist der Vorratswasserheizer teurer, was sich aber mit der Zeit durch die im Vergleich geringeren Betriebskosten ausgleicht.


–> Ideal für Mehrfamilienhäuser und je nach Größe der Heizungsanlage große Wohn-, Büro- oder Betriebsgebäude.


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