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Niedrigenergiehaus – Energiesparen im Haushalt

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht einen deutlich reduzierten Verbrauch von fossilen Brennstoffen in der Zukunft vor und hat die Vision, Öl, Gas und Co. irgendwann ganz überflüssig zu machen. Große Auswirkung hat die EnEV daher auch auf Sie und Ihre Wohnsituation, genauer gesagt auf den Hausbau, bzw. Ihr Zuhause. Praktisch kein neues Haus entsteht mehr in Deutschland, das nicht den Kriterien eines Niedrigenergiehauses entspricht. Wir erklären, was zu einem Niedrigenergiehaus dazugehört, welche Förderungen es gibt und welche Vor- und Nachteile ein Niedrigenergiehaus hat.

Niedrigenergiehaus: Definition

Niedrigenergiehaus
© KatarzynaBialasiewicz - istockphotos.com

Doch bevor wir so tief ins Detail gehen, gehen wir in unserem 11880.com-Heizung-Ratgeber zunächst in die Definition des Begriffes Niedrigenergiehaus. Der ist eigentlich rechtlich, bzw. vom Gesetzgeber her nicht eindeutig umrissen. Dennoch ist klar, dass ein Niedrigenergiehaus den aktuellen Energiestandards für Neubauten oder sanierte Altbauten entsprechen muss, um sich auch Niedrigenergiehaus nennen zu können. Dafür muss der Energiestandard unterhalb der allgemeinen Energieanforderungen liegen und vor allem eine perfekte Wärmedämmung aufweisen. Es kommt beim Niedrigenergiehaus nämlich letztlich darauf an, dass ein möglichst geringer Wärmeverlust stattfindet, also Heizwärme nicht verlorengeht. Dafür ist die Dämmung an Dach, Fassade, Fenstern und Haustüren die wichtigste Grundlage.

Niedriger Wärmeverlust gibt den Ausschlag

Grundsätzlich muss ein Niedrigenergiehaus die in der aktuellen EnEV geltenden Standards nicht nur erfüllen, sondern sie auch unterschreiten. So muss der Wärmeverlust eines Niedrigenergiehauses 30% unter dem in der EnEV vorgeschriebenen Wert liegen. Zudem hat ein aktuelles Niedrigenergiehaus einen Primärenergiebedarf von gut 120 kWh und einen Heizwärmebedarf zwischen 40 und 80 kWh je Quadratmeter im Jahr.

Galt zunächst – bis zum 01.05.2014 – noch die Regelung aus dem Jahre 2009, gilt für Neubauten ab dem 01.01.2016 eine strengere Regel, nach der der so genannte Jahresprimärbedarf eines neuen Gebäudes für die Vergabe der Gütezeichen zugrunde gelegt wird.

Pro und Contra Niedrigenergiehaus

Warum es sich lohnt, dieses Gütezeichen zu erhalten, sagt im Prinzip schon der Name: Niedrigenergiehaus. Das heißt, Sie sparen in einem Niedrigenergiehaus eine Menge an Energiekosten. Einziges Manko sind die relativ hohen Anschaffungskosten für die nötigen Dämmmaßnahmen. Eine Investition, die sich durchaus über die Jahre amortisieren wird, aber kurzfristig durchaus mit hohen Kosten verbunden sein kann.

Lüftungsanlage im Niedrigenergiehaus

Ein weiterer Nachteil im Niedrigenergiehaus kann die Lüftungsanlage sein. Sie ist erforderlich, um die Luftentfeuchtung im extrem gut abgedichteten, nahezu luftdichten Niedrigenergiehaus zu gewährleisten. Allerdings ist diese Art der Lüftung nicht unumstritten, da bei einigen unsachgemäß installierten Wärmetauschern Legionellen festgestellt wurden. Zudem sind die Kosten für Betrieb und Anschaffung der Lüftungsanlage im Niedrigenergiehaus ganz und gar nicht niedrig.

Förderungen fürs Niedrigenergiehaus

Doch Bund und Länder greifen Ihnen gegebenenfalls unter die Arme, wenn Sie ein Niedrigenergiehaus bauen wollen. Schließlich gibt der Staat nicht nur mit der EnEV die Richtung vor, sondern hilft seinen Bürgern auch bei der Realisierung entsprechender neuer Gebäude.

Häuser, deren Energiebilanz entsprechend deutlich unter den in der EnEV aktuell geforderten Standards liegen, werden von der KfW gefördert. Das entsprechende Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ bietet im Rahmen verschiedener Förderstufen attraktive Förderungen und günstige Kreditrahmenbedingungen.

Tipp: Im Rahmen der KfW-Förderung kann unter Umständen auch der Einbau einer Heizung mit regenerativen Brennstoffen gefördert werden. 

Förderstufen nach Jahresprimärenergiebedarf

Für ihre abgestuften Förderprogramme hat die KfW den Begriff Effizienzhaus geprägt, und die Förderprogramme richten sich namentlich nach der Menge des Jahresprimärenergiebedarfs. Beispiel: Ein KfW Effizienzhaus 40 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von lediglich 40 kWh pro Quadratmeter. Diese Förderstufe ist exklusiv Neubauten vorbehalten, sieht Fördermittel von bis zu 100.000 € vor, sowie einen Tilgungszuschuss von 10%. Die Höchstgrenze der KfW-Förderungen stellt das KfW Effizienzhaus 115 dar. Dies ist ein Angebot für Altbaubesitzer, die energetische Sanierungsmaßnahmen vorhaben und ihren Altbau somit auf energetisches Neubauniveau +15% bringen können.


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