Was besagt die Energieeinsparverordnung?

Unser 11880.com-Heizung-Ratgeber konzentriert sich auf Heiztechnik, also auf Heizungssysteme und deren Funktion sowie die Themen Heizkosten sparen und natürlich auch regenerativ Heizen. Letzteres geht dicht zusammen mit der Energieeinsparverordnung, die diverse technische Anforderungen an Gebäude und deren effizienten Betrieb stellt. Wir stellen Ihnen die Energiesparverordnung im Detail vor und sagen Ihnen, was sie für Sie, Ihr Haus und natürlich auch Ihre Heizungstechnik bedeutet.

Energieeinsparverordnung und Geld
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Mit der Energieeinsparverordnung – abgekürzt EnEV und fälschlich oft auch als Energiesparverordnung bezeichnet – will die Bundesregierung ihre Energie- und Klimaschutzpolitik voranführen. Ziel ist es laut EnEV-Statuten, den Gebäudebestand in Deutschland bis zum Jahr 2050 so gut wie klimaneutral zu gestalten.

Was bedeutet klimaneutral?

Der Begriff klimaneutral ist ein ganz zentraler in der EnEV, denn er bezeichnet genau das Ziel der weitreichenden Maßnahmen durch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG): Wenn das Jahr 2050 erreicht ist, soll der Gebäudebestand in Deutschland – also Wohngebäude, Bürogebäude und bestimmte Betriebsgebäude – keinerlei klimaschädigende Wirkung mehr haben und damit klimaneutral sein.

Stufen der Energieeinsparverordnung

Ein ambitioniertes Ziel, das in Deutschland aber nicht erst seit kurzem anvisiert ist. So ist die Energieeinsparverordnung Konsequenz aus der Wärmeschutz- und der Heizungsanlagenverordnung. Die erste EnEV-Fassung trat bereits Anfang 2002 in Kraft. Die zweite Fassung gab es 2004, mit geringfügiger Neufassung 2007. Novellierungen der EnEV erfolgten in größerem Maße mit den umgangssprachlich genannten EnEV 2009 und EnEV 2014 verabschiedeten Änderungen.

Inhalte der EnEV

Bei allen Veränderungen und Anpassungen der Energieeinsparverordnung, wie auch von Beginn an, geht es im Wesentlichen um Belange der energetischen Effizienz von Gebäuden. Die Energieeinsparverordnung regelt unter anderem:

  • Heiztechnik
  • Anlagentechnik
  • Energiebilanzen (Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Effizienz)
  • Energetische Bewertung von Gebäuden anhand des Primärenergiebedarfs
  • Einordnung in eine Ökobilanz

Was ist der Primärenergiebedarf?

Der Jahresprimärenergiebedarf ist bei der Bilanzierung von Gebäuden nach EnEV die wichtigste Größe. Er umfasst den eigenen Energiebedarf eines Gebäudes, ergänzt um den Energiebedarf, der während der Erzeugung, des Transports, der Verteilung und der Umwandlung des Energieträgers entsteht. Mit der EnEV 2009 wurde mittels DIN V 18599 die Berechnungsgrundlage für die Ermittlung des Primärenergiebedarfs von Gebäuden gelegt. Verglichen werden Gebäude in Bezug auf den Primärenergiebedarf mit einem Referenzgebäude gleicher Größe, Geometrie und technischer Ausstattung.

Transmissionswärmeverlust

Für die Erstellung der Energiebilanz eines Hauses ist aber auch ein zweiter Faktor wichtig: der Transmissionswärmeverlust. Ein thermodynamisches Phänomen, das im Prinzip die Abkühlung der Luft an den Außenwänden bedeutet. Neben Wärmeverlusten durch Lüften oder Wasserverbrauch geht mehr oder weniger warme Luft an den Außenwänden eines Hauses durch den Wärmetransport nach außen verloren. Wie hoch die dabei verlorene Energie ist, beziffert der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt. Je höher der Wert ausfällt, desto schlechter ist das für die Energiebilanz eines Gebäudes. Durch eine entsprechend dicke und leistungsfähige Wärmedämmung kann dieser Faktor verbessert werden.

Endenergiebedarf für Neubauten

neubau
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Abhängig von der Lebensweise seiner Bewohner hat ein Haus einen bestimmten Endenergiebedarf. Endenergie ist die Menge an Energie, die durch Heizwärmbedarf, Warmwasserwärmebedarf und die Verluste durch die Anlagentechnik entsteht. Aktuell verlangt die Energieeinsparverordnung für Neubauten einen Standard Niedrigenergiehaus, also einen Heizwärmebedarf von 40 - 70 kWh pro Jahr und Quadratmeter. Mit in den Heizwärmebedarf fließt auch der Trinkwasserwärmebedarf ein, der bei ca. 23 Litern pro Person und Tag liegt.

Endenergie und Energieausweis

Je nachdem, wie hoch der Endenergieverbrauch eines Gebäudes ist, wird auch die Energieeffizienzklasse für ein Gebäude gewählt. Mit der EnEV 2014 wurde die Skalierung des Energieausweises in die Energieeffizienzklassen A+ bis H eingeführt. Dabei sind Gebäude mit einem Endenergiebedarf von maximal 30 kWh pro Jahr und Quadratmeter (KfW Effizienzhaus 30, Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus, Passivhaus) am besten bewertet, Gebäude mit einem Bedarf über 250 (unsanierter Altbau) erhalten die schlechteste Energiebewertung H.


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