Passivhaus: Kosten und Förderung

Wer ein Passivhaus bauen möchte, der muss zunächst mit hohen Kosten in der Anschaffung rechnen. Pro Quadratmeter kommen dabei rund 1.400–1.800 € auf Sie zu. In der Regel amortisieren sich diese jedoch nach einigen Jahren bereits, da ein Passivhaus im laufenden Betrieb deutlich Kosten einspart. Darüber hinaus gibt es einige Förderungsmöglichkeiten für Bauherren. Mit welchen Kostenpunkten zu rechnen ist und welche Förderungen Sie in Anspruch nehmen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Passivhaus-Kosten
Mit einem Passivhaus sparen Sie langfristig Kosten ein.

Inhaltsverzeichnis

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Wie so oft variieren auch bei einem Passivhaus die Kosten von Fall zu Fall. Faktoren wie die Größe und die Technik, die im Gebäude verwendet wird, können den endgültigen Preis beeinflussen. Auf jeden Fall sollten Sie bei einem Passivhaus mit höheren Kosten rechnen als beim Bau eines EnEV-Hauses. Generell gilt: pro Quadratmeter kommen Kosten in Höhe von ca. 1.400–1.800 € auf Sie zu. Damit liegen die Mehrkosten im Vergleich zu standardisierten Häusern bei etwa 15–25 %. Hinzu kommen Kosten für Wartung und Instandhaltung der Technik, die genutzt wird, sowie deren Betriebskosten.

Bau- und Betriebskosten

Insbesondere folgende Kostenpunkte sollten beim Bau mit eingeplant werden:

  • Eine starke Wärmedämmung
  • Eine dezentral gesteuerte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Dreifach verglaste Fenster, die stark isolieren
  • Eventuelle Sonderanpassungen

Für die komplette Ausstattung eines Passivhauses sollte mit Kosten in Höhe von 5.000–7.000 € gerechnet werden. An anderen Ecken können Sie hingegen sparen: Ein Passivhaus benötigt weder eine Heizung noch einen Schornstein. Damit fallen Kosten für die Geräte sowie Brennstoffe und deren Lagerung weg, was die endgültigen Kosten etwas relativieren dürfte.

Passivhaus-Daemmung
Beim Bau eines Passivhauses sollte vor allem auf eine gute Dämmung Wert gelegt werden.

Heizkosten

Ein Passivhaus in der Größe eines Einfamilienhauses hat einen jährlichen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/Quadratmeter. Um diese geringe Zahl zu erreichen, ist eine Lüftungsanlage notwendig, die Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung mit sich bringt. Diese können bei einem Passivhaus dieser Größe bei über 6.000 € liegen.

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Kosten im Voraus vermeiden

Mithilfe des sogenannten „BlowerDoor-Tests“ lassen sich etwaige Mehrkosten vermeiden. Dabei wird überprüft, ob das Passivhaus auch wirklich dicht ist. Eine Prüfung sollte durchgeführt werden, bevor mit dem Ausbau im Inneren begonnen wird, da nur dann die luftdichte Hülle des Hauses sichtbar ist. Sollten sich dabei Leckagen zeigen, können diese mit geringem Kostenaufwand behoben werden. Die Lokalisierung kostet bei einem Einfamilienhaus rund 300 €. Wenn Sie einen Energieberater damit beauftragen, der eine ausführliche Überprüfung mitsamt Protokoll durchführt, kommen Kosten in Höhe von bis zu 500 € auf Sie zu.

Welche Förderungen gibt es?

Wer plant, ein Passivhaus zu bauen oder zu sanieren, dem winken einige Möglichkeiten der staatlichen Förderung. Eine Übersicht finden sie hier:

KfW-Programm 153: Energieeffizient BauenKfW-Programm 151: Energieeffizient Sanieren
Förderkredit ab 0,75 % Sollzins pro JahrFörderkredit ab 0,75 % Sollzins pro Jahr
Tilgungszuschuss: 20 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag bzw. bis zu 24.000 €Bis zu 120.000 € für Sanierung oder 50.000 € für Einzelmaßnahmen
Baubegleitung durch Experten für Energieeffizienz: Förderung bis zu 4.000 €Baubegleitung durch Experten für Energieeffizienz: Förderung bis zu 4.000 €

Darüber hinaus bietet die KfW das Programm „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ an. Dabei erhalten Sie bis zu 48.000 € für die Sanierung bzw. 10.000 € für Einzelmaßnahmen. Bei allen Förderungsmöglichkeiten gilt: Diese müssen vor Beginn der Maßnahmen beantragt werden. Unter Umständen sind auch regionale Förderungsprogramme möglich. Dafür wenden Sie sich am besten an einen Experten in Ihrer Nähe.

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