>Heizungsrohre isolieren

Heizungsrohre isolieren: Großes Einsparpotenzial

Heizungsrohre isolieren
© WichienTep – istockphoto.com

Wärmedämmung ist seit vielen Jahren ein großes Thema für Hausbesitzer und -Vermieter. Dächer und Außenwände, aber auch Zwischendecken und natürlich Fenster werden aufwendig gedämmt. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu verringern, da weniger Wärme entweicht und entsprechend weniger Heizenergie benötigt wird. Ein Aspekt, der dabei häufig vergessen wird, ist die Heizungsrohrisolierung.

Warmes Wasser aus dem Kessel wird über die Heizleitungen zu den Heizflächen geleitet und sorgt dort für die benötigte Wärme. Ähnlich verhält es sich bei Warmwasserleitungen, nur dass am Ende erhitztes Wasser aus dem Hahn kommt. In der Regel verlaufen die Heizleitungen freilegend durch nicht beheizte Räume, wie eben den Heizungskeller, Flure oder auch Dachböden. Bei hohen Vorlauftemperaturen, beispielsweise über 70 °C, wie sie noch in knapp 3/4 der in Deutschland verbauten Heizanlagen vorkommen, summiert sich ein beträchtlicher Wärmeverlust. Die Rohre selbst heizen sich auf und geben unnötig Wärme ab.

Über das Heizungsrohre Isolieren können Sie hier leicht und effektiv Geld sparen – und erzielen noch einige positive Nebeneffekte. Sind Rohre nicht gedämmt, führen Unterschiede in der Umgebungstemperatur dazu, dass es zu unterschiedlichen Längenausdehnungen kommt. Die Rohre knacken – ein mitunter unheimliches Geräusch. Wenn Sie Heizungsrohre isolieren, vermeiden Sie nicht nur die Ursache für diese Knackgeräusche, Sie dämmen auch die Lautstärke, wenn es dennoch dazu kommt. 

Heizungsrohrisolierung bereits nach einem Jahr amortisiert

Experten gehen von einem Wärmeverlust von 265 kWh pro laufendem Meter ungedämmtes Heizungsrohr pro Jahr aus. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus müssen Sie mit einer Leitungslänge von 20 bis 25 Metern rechnen. Bei einem Energiepreis von ca. 5,5 Cent (Mittelwert aus den aktuellen Erdgas- und Heizölkosten | Stand: Oktober 2017) kosten diese Wärmeverluste knapp 14,80 € pro Meter Heizungsrohr. Auf ein durchschnittliches Einfamilienhaus angewandt, ergibt sich folgende Rechnung:


20 m [25 m] * 265 kWh * 5,5 Cent / kWh = 291,50 € [364,40 €] Wärmeverlust / Jahr


Wenn Sie die Heizungsrohre isolieren, können Sie bis zu 50 % dieser Wärmeverluste einsparen. Dank vergleichsweise niedrigen Materialkosten amortisiert sich die Heizungsrohrisolierung bereits nach ein bis zwei Heizperioden.

Heizrohre dämmen in der Kostenübersicht

Warmwasserrohre dämmen
Warmwasserrohre sollten auch gedämmt werden | Foto: © spyderskidoo – istockphoto.com

Für handwerklich halbwegs geschickte Hauseigentümer finden sich diverse Lösungen im Baumarkt Ihrer Wahl. Zum Heizungsrohre Dämmen kommen PE- (Polyethylen) oder PUR- (Polyurethane) Kunststoffe zum Einsatz sowie Kautschuk oder Mineralwolle. Kunststoffe haben hier eindeutig den Preisvorteil. Sie sind im Vergleich zu den anderen Dämmstoffen jedoch nicht so hitzebeständig, kommen gerade bei hohen Vorlauftemperaturen jenseits der 70 °C nicht zurecht. Hier eignet sich der nur unwesentlich teurere und äußerst flexible Kautschuk eher. Bei Mineralwolle verhält es sich ähnlich, wobei sie bei komplizierten Rohrführungen materialbedingt nicht eingesetzt werden kann. Zudem benötigen Sie beim Anbringen von Mineralwolle Schutzkleidung, da das Material gesundheitsgefährdend ist.

Preislich müssen Sie für PE- und PUR-Kunststoffisolierungen mit rund 3 Euro pro Meter rechnen, Kautschuk liegt bei 4 € / m und Mineralwolle bei rund 7 Euro. Bei einer Leitungslänge von 20 m ergeben sich folgende Kosten:

  • Kunststoff: 60 €
  • Kautschuk: 80 €
  • Mineralwolle: 140 €

Eine Reduktion der Wärmeverluste von 50 % vorausgesetzt, ergeben sich aus der oben aufgestellten Rechnung Einsparungen von 145,75 €. Selbst wenn Sie mit vergleichsweise teurer Mineralwolle Ihre Heizungsrohre isolieren, haben Sie die Kosten nach einer Heizperiode wieder eingespart. In den Folgejahren profitieren Sie dann komplett von der Kostenersparnis und tun durch die Einsparung von Brennstoffen noch etwas für die Umwelt.

Heizungsrohrisolierung nach EnEV verpflichtend

Für Neubauten ist die Heizungsrohrisolierung übrigens Pflicht. Die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, verpflichtet Sie, Heizungs- und Warmwasserleitungen zu dämmen, wenn sie durch ungeheizte Räume verlaufen und zugänglich sind. Ausnahmen bestehen hier nur, wenn die Maßnahme nachweislich nicht wirtschaftlich ist und wenn das Gebäude nur maximal zwei Wohnungen aufweist, von denen Sie eine bereits seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen.

Um der EnEV gerecht zu werden, müssen Sie eine sogenannte 100-%-Dämmung einsetzen. Diese besagt, dass die Dämmung der Heizungsrohre so dick wie der Innendurchmesser des Rohrs sein muss. Bei einem Durchmesser von 20 mm muss die äußere Heizungsrohrisolierung entsprechend 20 mm betragen.

Vergleichsweise einfache Montage

Heizungsrohrisolierung
© zvirni – istockphoto.com

Sobald Sie wissen, wie viele Meter Isolierung Sie brauchen, können Sie im Baumarkt schnell das passende Dämmmaterial besorgen. Die Schläuche sind einen Meter lang und längs aufgeschlitzt. Dadurch lassen sie sich leicht über die Rohre stülpen und können dann zugeklebt werden. Auf diese Weise isolieren Sie Stück für Stück alle freiliegenden Rohe – Zu- und Abläufe dabei immer separat! Wichtig ist zudem, dass Sie auch Ventile und Armaturen isolieren.

90-Grad-Winkel isolieren Sie, indem Sie zwei Stücke auf Gehrung schneiden. Den richtigen 45-Grad-Winkel erreichen Sie am besten, wenn Sie sich eine Gehrungslade zu Hilfe nehmen.

An T-förmigen Rohren schneiden Sie in den waagerecht verlaufenden Schlauch einen Keil im Winkel von 90 Grad ein. Der Schlauch, der senkrecht verläuft, muss zwei Mal im 45-Grad-Winkel zugeschnitten werden, damit eine Spitze entsteht. Spitze und 90-Grad-Keil sollten dabei perfekt ineinander passen. Im Baumarkt finden Sie für kleines Geld aber auch bereits T-förmig zugeschnittene Stücke.

Fachleute in Ihrer Nähe finden

Wenn Ihnen diese Schritte zu komplex wirken oder Sie zeitlich nicht in der Lage sind, die Arbeiten durchzuführen, können Sie auch die Hilfe eines Heizungsinstallateurs in Anspruch nehmen. Passende Fachleute finden Sie direkt über unser Portal. Tragen Sie dazu Ihre Stadt oder Postleitzahl in die Suchmaske ein und geben Sie kurz die ungefähre Leitungslänge und idealerweise auch die Vorlauftemperatur Ihrer Heizungsanlage durch. Das hilft dem Heizungsinstallateur bei der Materialwahl und beschleunigt den Prozess. Binnen kurzer Zeit erhalten Sie auf Ihre Zwecke angepasste Angebote von Fachleuten aus Ihrer Region zugesandt.


Finden Sie den besten Dienstleister in Ihrer Nähe für Ihr Vorhaben!

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Ausgewählte Anbieter
  • Sparen Sie Zeit und Geld
  • Erfahrung aus mtl. über 250.500 Suchen
Jetzt Heizungsinstallateure finden  >

Gasheizung

Welche Vorteile eine Gasheizung hat, wie hoch die Kosten sind und wie sie funktioniert, erfahren Sie hier.

Konstanttemperaturkessel

Warum der Konstanttemperaturkessel so problematisch ist und warum Sie schnell handeln sollten, erfahren Sie hier.

Ölheizung

Die Ölheizung ist nach der Gasheizung die weitverbreitetste Heizungsart in Deutschland. Wir klären Sie über die Kosten und die Effizienz dieses Heizungssystems auf.


Wie gefällt Ihnen diese Seite? Geben Sie mit einem Klick Ihre Bewertung ab:
4.33 - gut
9 Abstimmungen