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Solarheizung: Heizen mit Photovoltaik 

Vor allem im modernen und innovativen Passivhaus oder sogar, wenn Sie schon ein wenig aufs Nullenergiehaus schielen, scheint es ein rundum perfektes System zu sein: Das Haus gewinnt die meiste Wärme passiv, also durch die Verbraucher im Inneren, nimmt noch die Sonnenwärme, die durch die Fenster strahlt hinzu, und in den kalten Perioden helfen die PV Module auf dem Dach zur Heizungsunterstützung. Unser 11880-Ratgeber wirft einen Blick in die nahe Zukunft des Heizens und erklärt, wie Sie mit Photovoltaik heizen können.

Welche Probleme können auftreten?

solarzellen und schnee
© Wesley VanDinter - istockphotos.com

Auf dem Weg zur solarbetriebenen Heizung liegen ein paar Stolpersteine – zwei davon technischer Natur, ein anderer gesetzlicher Natur. Denn naturgegeben haben PV Module das Problem, dass sie bei mangelnder Sonneneinstrahlung weniger Leistung bringen. Somit deckt die Photovoltaik als solche im Prinzip bei weitem nicht den vollen Bedarf an Heizenergie.

Das zweite Problem, das ebenfalls technischer Art ist, hat auch mit dem Sonnenzyklus zu tun, nur nicht aufs Jahr gesehen, sondern auf den Tag. Denn wenn die Sonne untergegangen ist, geht auch die Leitung der Photovoltaikanlage abwärts. Und auch hier gehen Leistungszeitraum und Wärmebedarf grundsätzlich auseinander, das heißt, immer wenn die Menschen im Inneren eines Gebäudes Wärme brauchen, ist die Sonne weg.

Photovoltaik und Speicher

Ein vollkommen logischer und natürlicher Zusammenhang: Wenn die Sonne weg ist, brauchen die Menschen eine alternative Wärmequelle. Wenn die Photvoltaikanlage keine Sonnenstrahlen mehr empfängt, kann sie auch keine Energie erzeugen. Aber sie kann die tagsüber erzeugte Sonnenenergie in einen Stromspeicher einspeisen. Der Stromspeicher macht die Solarenergie dann verfügbar, wenn sie gebraucht wird.

Stromspeicher statt Einspeisung?

Doch geht damit nicht bares Geld durch die ausfallende oder verringerte Einspeisevergütung verloren? Nicht mehr, denn die Einspeisevergütung wird stufenweise verringert, sodass es mittlerweile für viele PV-Anlagen-Betreiber rentabler ist, den Solarstrom selbst zu verbrauchen. Seit 2011 liegt die Einspeisevergütung unter dem Strompreis, was natürlich Stromspeicher gleichzeitig attraktiver macht.

Stromspeicher und KfW-Förderung

Weit über 10.000 Anträge auf Förderung sind bei der KfW allein 2015 eingegangen.

Die KfW fördert die Speichernachrüstung mit einem Tilgungszuschuss bis 660 € pro Kilowattpeak Leistung für die Stromspeicher-Nachrüstung an einer bestehenden PV-Anlage und mit 600 € pro Kilowattpeak Leistung wenn eine neue Photovoltaikanlage angeschafft wird.

Was beachten beim Stromspeicher?

solarplatten auf Hausdach
© elxeneize - istockphotos.com

Die KfW Förderung für den Stromspeicher „mitzunehmen“ sollten Sie also nicht vergessen. Ansonsten ist natürlich auch die Speichertechnologie selbst eine vorbereitende Überlegung wert, denn auch hier gibt es Unterschiede in Lebensdauer, Wirkungsgrad und Entladetiefe. Um den Eigenstrombedarf zu decken – also mindestens von abends bis morgens –, muss der Stromspeicher auch ausreichend groß sein und entsprechend viele Watt speichern.

Photovoltaik und Heizung

Dennoch, also auch wenn Sie den Solarstrom gespeichert haben, brauchen Sie natürlich immer noch eine Heizung, die der Strom betreiben kann. Welche Heizung passt zur Photovoltaik? Drei möglich Wege, um mit Photovoltaik zu heizen:

  • PV-Anlage mit dem Pufferspeicher der Heizung verbinden, ähnlich wie bei einer Solarthermieanlage
  • Mit dem Solarstrom eine Elektroheizung betreiben. Hierfür kommen aber keine konventionellen Elektroheizungen mit hoher Leitung in Frage, sondern eher Flächenheizungen, wie etwa Fußbodenheizungen.
  • Betrieb einer Wärmepumpe mit Strom aus der PV-Anlage

Für welches System Sie sich letztendlich entscheiden, um mit der Photovoltaik eine Heizung zu betreiben, hängt auch von verschiedenen Faktoren ab, die die Förderung betreffen. Dazu zählt natürlich der Unterschied zwischen Neubau und Bestandsbau, ob die PV-Anlage neu ist, wie hoch Ihr Eigenverbrauch ist oder ob es noch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz vorgenommen werden. Hier empfehlen wir Ihnen, sich von einem Fachmann beraten zu lassen, der Ihnen nicht nur die Photovoltaik-Anlage und die zugehörige Heizung montiert, sondern Ihnen gleich auch noch das optimale Förderungspaket schnüren kann.


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