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Wann lohnt sich eine Elektroheizung?

Heizen mit Gas oder Öl? Muss nicht sein, denn mit der Elektroheizung steht Ihnen eine echte Alternative zu Verfügung! Ist die Elektroheizung ein heißer Tipp oder sollte Sie sie kalt lassen? Wir stellen die Stromheizung vor, nennen Vor- und Nachteile und sagen Ihnen natürlich auch, was eine Elektroheizung kosten kann.

Funktionsweisen von Elektroheizungen

Elektro Ofen
© cerenzio - istockphotos.com

Der größte Unterschied von Elektroheizungen zu Gas- oder Ölheizungen ist der der Wärmeerzeugung. Die elektrische Heizung erzeugt nämlich ihre Wärme, indem sie elektrischen Strom in einen Leiter einspeist. Dessen hoher Heizwiderstand bringt den Leiter (Heizspirale oder Heizdraht) zum Erwärmen und die Wärme wird nach und nach oder alternativ direkt freigegeben. Als Speichermedium eignen sich zum Beispiel Keramik, Naturstein, Öl oder Schamotte (also feuerfeste Steine).

Direktheizung und Speicherheizung

Damit sei dann nicht nur der größte Unterschied zu anderen Heizungsarten benannt, sondern auch der zwischen den Stromheizungen. Die können sich nämlich in der Art der Wärmeabgabe unterscheiden und werden somit auch namentlich differenziert: als Direktheizung und Speicherheizung. 

Wie funktionieren Direktheizungen?

Direktheizungen nutzen die zugeführte elektrische Energie direkt zur Wärmeerzeugung und speichern die Energie nicht in einem Zwischenspeicher. Direktheizungen nutzen zum Beispiel erhitztes Öl, Naturstein oder funktionieren auch als direkte Heizlüfter, Heizstrahler oder Infrarotheizungen. Ihre Wärme wird im Prinzip wie bei einem Heizgebläse oder Fön abgegeben. Solche Heizsysteme erwärmen nicht den Raum, sondern die darin befindlichen Körper oder Gegenstände. Der große Vorteil dieser Heizart ist, dass Direktheizungen keine langen Anlaufzeiten benötigen und quasi "direkt" heizen.

Wie funktionieren Speicherheizungen?

Das zweite große elektrische Heizungssystem basiert auf dem Erwärmen eines Speichermediums über Nacht sowie der Wärmeabgabe am Tag. Diese so genannten Nachtspeicherheizungen nutzen Speichermaterialien, meistens Keramik, die nachts hoch erhitzt werden und tagsüber ihre gespeicherte Wärme abgeben.

Vor- und Nachteile von Elektroheizungen

Galten Stromheizungen vor einigen Jahrzehnten noch als zukunftsweisend und fortschrittlich, sind sie heute eher umstritten. Das liegt unter anderem am sehr geringen Wirkungsgrad. Alle Vor- und Nachteile von Stromheizungen im Überblick:

Vorteile Elektroheizung:

kleine Elektro Heizung
© artemionov - istockphotos.com

Vorteil Kein Brennstoffvorrat
Vorteil Kein Schornstein
Vorteil Installation unkompliziert
Vorteil Kaum Wartung notwendig
Vorteil Niedrige Anschaffungskosten

Nachteile Elektroheizung:

nachteil Niedriger Wirkungsgrad, max. 50%
nachteil Hohe Strompreise (auch für Nachtstrom)
nachteil Direktstromheizungen auf jeden Fall mit Tagstrom
nachteil Keine Begünstigungen mehr
nachteil Nachtspeicherheizungen schlecht steuerbar
nachteil Viele Konvektoren wirbeln Luft auf
nachteil Schlechte CO2-Bilanz
nachteil Sehr heiß an der Oberfläche – Verletzungsgefahr

Wo lohnt sich eine Elektroheizung?

Eine Elektroheizung ist also aufgrund ihrer enorm hohen Betriebskosten nicht als Hauptheizung geeignet. Wo aber nur sporadisch oder an wenigen Stunden des Tages Heizluft benötigt wird, kann eine Elektroheizung sehr gut eingesetzt werden. Wie zum Beispiel als Badheizung, Fußbodenheizung oder Fußleistenheizung, in Schrebergartenlauben oder Gartenhäusern, Wohnwagen, Ferienunterkünften oder Garagen. Auch als Übergangslösung, z. B. von Winter auf Frühling, können Elektroheizungen für einen kurzzeitigen Bedarf an besonders kalten Tagen nützlich sein. Gestalterisch ansprechend sind vor allem Heizungen mit Infrarot, die z. B. als unauffällige Deckenheizung schnell für angenehme Wärme sorgen. Ein Vergleich zwischen den einzelnen Elektroheizungen ist daher empfehlenswert, da jede Technik ihre Vor- und Nachteile besitzt

Was kann eine Elektroheizung kosten?

Schwarze Elektro Heizung
© Dainis Derics - istockphotos.com

Und auch die sehr niedrigen Anschaffungskosten für eine Stromheizung sprechen dafür, dieses Heizungssystem zu nutzen – wenn auch nur als Ergänzung zu den Hauptwärmelieferanten. Schon im zweistelligen Bereich sind kleine Heizkörper erhältlich, die für kurze Zeit Wärme spenden. Installierte Elektroheizungen können aber durchaus auch bis zu 2.500 € kosten. Eventuell muss das Haus dann auch noch für eine Elektroheizung umgerüstet werden.

Am günstigsten kommen mobile Elektroheizkörper bzw. elektrische Radiatoren weg, die wegen ihrer geringen Heizleistung jedoch eher etwas für Campingausflüge oder den Wintergarten sind. Günstige Geräte erhält man bereits für unter 100 Euro, allerdings sollte man auch bei vermeintlichen Schnäppchen auf einige Dinge achten. Wichtig sind z. B. die Angaben zu den Kubikmetern, die der Radiator mit Wärme versorgen kann. Sie sagen aus, für welche Raumgröße das Gerät geeignet ist. Ein Gerät mit 45 Kubikmeter Leistung kann so etwa einen 15 m² großen und 3 m hohen Raum mit Wärme versorgen. Zudem sollte man bei der Anschaffung auch auf eine manuell justierbare Wärmeeinstellung achten. Wenn keine hundertprozentige Wärmeleistung erwünscht ist, kann die Leistung niedriger eingestellt werden. Dadurch verhindert man einen übermäßigen Energieverbrauch. 

Etwas teurer, aber gerade bei Allergikern sehr beliebt, sind Infrarotheizungen. Sie wirbeln aufgrund ihrer Bauweise keinen Staub auf und lassen sich sogar hinter speziellen Bildern und Spiegeln anbringen. Ihrem hohen Stromverbrauch steht zudem eine hohe Effizienz gegenüber: Etwa 85 bis 100 % des verwendeten Stroms werden tatsächlich für die Wärmeerzeugung genutzt! Bei einer guten Dämmung und einer kurzzeitigen Betriebszeit (wie etwa bei einer Party) sind sie damit sogar sehr kosteneffizient. Zwischen 150 und 500 Euro muss man je nach Modell für einen Infrarotheizkörper einplanen.

Eine gute Ergänzung zur regulären Heizung ist auch die elektrische Fußbodenheizung mit Heizfolie oder Heizmatte. Die elektrische Fußbodenheizung hat sehr kurze Anlaufzeiten und die Installation ist günstig und einfach. Insbesondere Badezimmer profitieren von diesen Eigenschaften, da die Aufenthalte zeitlich begrenzt sind und häufig eine schnelle Wärme erwünscht ist. Die Preise fallen je nach Modell und Anbieter unterschiedlich aus, aber für 10 m² muss man mit Anschaffungskosten von etwa 350 bis 450 € rechnen – Verlegung und Bodenbelag nicht mit eingerechnet.

Wenig ansprechend sind dagegen die Nachtspeicherheizung bzw. der Nachtspeicherofen. Sie verwenden Nachtstrom und speichern diesen ab, um ihn tagsüber abzugeben. Neben der geringen Strahlungswärme, dem schlechten Wirkungsgrad und den hohen Energiekosten, sind sie zudem auch schwierig in der exakten Anwendung. Speichert man nachts nämlich zu wenig Wärme ab und braucht tagsüber mehr als erwartet, muss mit teurem Tagesstrom nachgeholfen werden. Die Heizkosten können auf diese Weise schnell in die Höhe getrieben werden. Da nicht jeder Stromanbieter Nachttarife im Angebot hat, zahlt man teilweise von vornherein den Tagesstrompreis. Die Anschaffungskosten einer Nachtspeicherheizung sind mit 500 bis 1000 € vergleichsweise ebenfalls sehr hoch.

Die Natursteinheizung ist eine kleine Besonderheit, da hierbei ein Naturstoff (z. B. Mamor) mit Heizleitern erhitzt wird. Die entstandene Wärme wird im Inneren des Stoffes gespeichert und kann dann mit einem Regler gezielt ein- und ausgeschaltet werden. Ähnlich wie die Infrarotheizung eignet sie sich auch hervorragend zur Gestaltung und kann z. B. an der Decke angebracht werden. Die Technik hat jedoch ihren Preis: Für 250 € erhält man lediglich die kleinsten Modelle mit der geringsten Watt-Leistung. Wer mehr Leistung braucht und das für mehrere Räume, kann mit mehreren Tausend Euro rechnen. Es ist allerdings ohnehin ratsam, sich auf nur wenige Räumlichkeiten zu beschränken (z. B. das Wohnzimmer). Da erst eine Erwärmung des Naturstoffes stattfinden muss, sollte die Natursteinheizung nicht an Orten installiert werden, an denen eine schnelle Erwärmung erwünscht ist (z. B. Bad).

Wie hoch sind die Betriebskosten einer elektrischen Heizung?

Neben den Anschaffungskosten müssen auch noch die laufenden Betriebskosten der Heizungen mit einberechnet werden. Die gute Nachricht: Wartungskosten, die Kosten für einen Schornsteinfeger und Kosten für einen Tank entfallen bei einer Elektroheizung komplett. Die schlechte Nachricht: Die Verbrauchskosten können bei starker Nutzung sehr viel höher ausfallen, da der gängige Strompreis pro kWh gezahlt wird. Je nach Stromanbieter und Wohnort sind das schon mal 25 bis 30 Cent pro kWh. Ein direkter Preisvergleich mit Pelletheizung, Gasheizung und Ölheizung fällt hierbei ernüchternd aus: Die Kosten liegen zwischen 5 und 8 Cent pro kwH. Im Vergleich sind diese Heizkörper deshalb sehr viel günstiger als Heizungen mit Strom. Es kommt also vor allem auf die Nutzungsdauer der Elektroheizung an. Gegen gezielte, kurze Einsätze gibt es kaum etwas einzuwenden. Ein dauerhafter Betrieb ist aufgrund der laufenden Kosten jedoch äußerst kostspielig.


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