>Blockheizkraftwerk

Wie arbeitet ein Blockheizkraftwerk?

Das Blockheizkraftwerk – fälschlicherweise oft als Blockkraftheizwerk bezeichnet – ist ein wahres Multitalent, nicht nur für die Heiztechnik, sondern gleich für die ganze Haustechnik. Denn, wie der Name Blockheizkraftwerk schon vermuten lässt, erzeugt das „BHKW“ nicht nur Wärme, sondern erfreulicherweise gleich auch noch Strom. Dieses Prinzip wird als Kraft-Wärme-Kopplung, kurz kwk, bezeichnet. Dabei sind kwk-Anlagen dermaßen kompakt gebaut, dass sie fast in jede Kellernische passen. Wie das alles möglich ist, welche Arten und Größen es bei BHKWs gibt und was sonst noch so für dieses Heizungssystem spricht, erfahren Sie hier und jetzt.

Das Blockheizkraftwerk ist also so etwas wie das Herz der Haustechnik. Es schlägt mithilfe eines Motors, der mit einem Brennstoff angetrieben wird. Die dabei entstandene Energie wird von einem ebenfalls im BHKW eingebauten Generator in elektrischen Strom umgewandelt, während die vom Motor erzeugte Wärme einem Wärmetauscher als Quelle für Heizungsluft und zur Brauchwassererwärmung dient. Darüber hinaus kann nicht verwendeter Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, was mit einer Einspeisevergütung entlohnt wird.

Was kann ein Blockheizkraftwerk kosten?

Wenn Sie sich für die Installation eines BHKW und dessen Kosten interessieren, sollten Sie folgende Posten mit einkalkulieren:

  • Kosten für das Blockheizkraftwerk selbst
    • BHKW-Kosten: <10.000 € - 25.000 €…
    • …BHKW Heizungsförderung durch BAFA oder KfW bis zu 3.750 €
  • Brennstoffkosten
  • Anschluss
  • Ggf. Umbau von Räumlichkeiten
  • Wartungskosten

Wenn Sie ein Blockheizkraftwerk kaufen, achten Sie unbedingt auf die Bauteileliste – alle Teile der Anlage sollten vom BHKW Hersteller angegeben und bezeichnet sein. Lassen Sie sich außerdem den Effizienzgrad und die Vergütbarkeit schriftlich bescheinigen. Über unseren 11880.com-Heizung-Ratgeber finden Sie Heizungsunternehmen, die Sie genau mit diesen und weiteren wichtigen Informationen rund um Ihr Blockheizkraftwerk versorgen.

BHKW Kosten lassen sich durch staatliche Fördermittel und Zuschüsse merkbar senken, weshalb sich eine nähere Auseinandersetzung mit den Bestimmungen häufig lohnt.

Blockheizkraftwerk
© buhanovskiy - istockphotos.com

Brennstoffe für Blockheizkraftwerke

Die Quelle für den Brennstoff, mit dem der Motor im BHKW betrieben wird, kann eine der folgenden sein:

  • Diesel
  • Öl
  • Gas
  • Pellets
  • Hackschnitzel

Die Motoren in den meisten Blockheizkraftwerken sind Weiterentwicklungen von klassischen Auto- oder auch Schiffsmotoren, basieren also auf dem Prinzip des Verbrennungsmotors. Da dieser bekanntlich mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, basieren auch die meisten Blockheizkraftwerke noch auf dem Betrieb mit Öl, Diesel oder Gas. Ein großer Anteil der BHKW werden mit Erdgas betrieben. Ursache dafür ist die gute Grundversorgung mit Erdgas und der bereits vorhandene Gasanschluss, der in vielen deutschen Haushalten zum Standard gehört. Ist kein Anschluss vorhanden, kann aber auch auf Flüssiggas zurückgegriffen werden, welches bei der Erdöl-Förderung als Nebenprodukt gewonnen wird. Für eine optimale Versorgung ist jedoch ein großer Tank zur Lagerung notwendig.

Heizöl empfiehlt sich, wenn bereits ein Heizöl Tank vorhanden ist, da es nicht so umweltfreundlich ist wie Gas, starken Preisschwankungen unterliegt und im Betrieb lauter ist. Die Verwendung dieser Brennstoffe mag auf den ersten Blick nicht besonders umweltschonend sein, dafür sind sie aber sehr effektiv, was wiederum den Verbrauch deutlich senkt.

Regenerativ Heizen mit dem BHKW ist allerdings ebenso möglich, wenn ein entsprechend alternativer Motor im Blockheizkraftwerk genutzt wird. Die Verbrennung von Biogas, Biodiesel und Holz, wie etwa Hackschnitzel oder Pellets, hat eine gute ökologische Bilanz. Dafür fallen die Anschaffungskosten für z. B. eine Holz-BHKW höher aus und es muss mit mehr Stauraum gerechnet werden, um den Brennstoff unterzubringen. Dieser ist jedoch – zumindest bei Holz – günstiger als fossile Brennstoffe. Auch Sonnenenergie kann mit einer zusätzlichen Solaranlage genutzt werden, solange der richtige Motor vorhanden ist. Mit einer staatlichen Förderung können anfallende Ausgaben zum Teil ausgeglichen werden, weshalb ein näherer Blick auf alternative Rohstoffe wie die eben genannten durchaus sinnvoll ist.

Welcher BHKW Motor eignet sich am besten?

Wie bereits erwähnt, sind die meisten BHKW Motoren eine Weiterentwicklung von Auto- und Schiffmotoren. Am beliebtesten ist der Gasmotor mit Wirkungsgraden von über 90 %, folgend von Dieselmotoren mit Wirkungsgraden von sogar 95 % bei maximaler Leistung. Auch der elektrische Wirkungsgrad ist bei einem Dieselmotor höher, wobei die höheren Kosten für ein Diesel-BHKW diesen Vorteil unter Umständen schnell relativieren.

Eine Alternative ist der Stirlingmotor, welcher einen geschlossenen Zylinder mit Arbeitsgas besitzt und von außen mit einem beliebigen Brennstoff erhitzt wird. Beliebig deshalb, weil der Brennstoff außerhalb des Zylinders verbrannt und daher fast jeder Brennstoff infrage kommt – sogar die Nutzung von Sonnenergie ist möglich. Innerhalb des Zylinders entstehen bei der Verbrennung so unterschiedliche Temperaturzonen, die das Arbeitsgas erwärmen bzw. abkühlen und das Gas auf diese Weise unterschiedlich ausdehnen. Die thermische Ausdehnung bewegt schließlich einen oder zwei Kolben, was zur mechanischen Energiegewinnung führt. Diese Energie wird anschließend an einen Generator geleitet, was zum einen Strom und zum anderen Abwärme erzeugt. Mithilfe eines Abgaswärmetauscher wird Wasser erhitzt, was z. B zum Heizen verwendet werden kann.

Im Vergleich zu konventionellen Blockheizkraftwerken mit Verbrennungsmotor fällt der Wirkungsgrad bei einem Stirling-BHKW etwas geringer aus. Mit einem zusätzlichen Pufferspeicher kann die Laufzeit jedoch erhöht werden. Zudem sind Stirling-BHKW aufgrund ihrer Bauweise wartungsfreundlich, kompakt und leise.

Welche Vorteile hat ein BHKW?

Regeneratives Heizen wäre sicherlich ein großer Vorteil eines Blockheizkraftwerks – neben der Tatsache, dass hier auch gleich noch Strom mitgewonnen wird. Doch es gibt einen weiteren, entscheidenden finanziellen Vorteil: Heizluft und Strom. Beide Erträge sind bereits nach ca. 10 Jahren deutlich günstiger, denn ein Blockheizkraftwerk amortisiert sich binnen dieser kurzen Zeit.

Die eigene Stromproduktion ist besonders erwähnenswert, denn hier erreicht das Blockheizkraftwerk einen spitzen Wirkungsgrad von bis zu 90 %! Dieser Wert setzt sich zusammen aus etwa 2/3 thermischer Energie und 1/3 elektrischer Energie. Die herkömmliche Stromerzeugung (z. B. mit Gasheizung) schafft dagegen nur ca. 40 %. Die restliche Energie im Brennstoff geht ungenutzt verloren. Zudem können überschüssige Erträge in die entsprechenden Netze eingespeist werden. Das bedeutet zeitgleich auch, dass man mit einem BHKW unabhängig von öffentlichen Stromversorgern ist.

Gerade bei unsanierten Altbauten ist der Wärmebedarf sehr hoch, weshalb ein Blockheizkraftwerk eine lohnende Investition sein kann. Davon abgesehen steigt ein abgezahltes BHKW den Wert einer Immobilie nachhaltig.

Welche Nachteile hat ein BHKW?

Die hohen Anschaffungskosten einer BHKW sind die erste Hürde, denn je nach gewünschter Leistung reichen kleine Nano-BHKW nicht aus, um den eigenen Bedarf an Wärme und Strom zu decken. Die laufenden Betriebskosten und Wartungskosten fallen ebenfalls ins Gewicht, da sie zum einen von der Größe der Anlage und zum anderen vom benötigten Brennstoff abhängen. Deshalb erfordert ein Blockheizkraftwerk auch mehr Planung, denn nicht immer ist es mit einem einfachen Gasanschluss getan, wie es z. B. bei Flüssiggas der Fall ist. Der Wärme- und Strombedarf sollte ebenfalls möglichst exakt berechnet werden, um die Wirtschaftlichkeit einer BHKW-Installation zu überprüfen. Dies kann sich bei mehreren Mehrfamilienhäusern oder Neubauten ohne Erfahrungswerte als zeitaufwendig herausstellen, ist aber vorab dringend notwendig, um die optimale BHKW Anlage zu finden.

Welche Blockheizkraftwerke gibt es?

Die Versorgung eines Einfamilienhauses ist eine Sache, wie sieht es aber auch, wenn es gar nicht mehr um die Versorgung eines einzelnen Gebäudes oder Haushalts geht? Blockheizkraftwerke sind nämlich je nach Bedarf in sehr unterschiedlichen Größen erhältlich:

  • Nano-Blockheizkraftwerk: unter 2,5 kW, ideal für Ein- bis Zweifamilienhäuser,
  • Mikro-Blockheizkraftwerk: 2,5 - 15 kW, gut für Ein- bis Mehrfamilienhäuser,
  • Mini-Blockheizkraftwerk: 15 - 50 kW, Mehrfamilienhäuser, Wohngebiete, öffentliche Gebäude, gewerbliche Gebäude,
  • Groß-Blockheizkraftwerk: 50 kW - 5 mW, große Wohngebiete, Industrieanlagen,
  • Heizkraftwerk 5 mW oder mehr – Stadtteile.

Für welche BHKW-Anlage man sich letztendlich entscheidet, hängt also im Wesentlichen davon ab, wie viel Wärme und Strom benötigt wird. Dafür sollte ein BHKW jährlich für etwa 3.500 bis 5.000 Stunden im Betrieb sein, was sich im Sommer schon als kleine Herausforderung herausstellen kann.


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Fernwärme ist ein effektives Konzept zum regenerativen Heizen.

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Informationen zur Brennwerttechnik und ein Überblick wie dieses Heizsystem arbeitet, erhalten Sie hier.


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